EINE EINFÜHRUNG IN DIE PALÄONTOLOGIE
auf der Homepage der ÖPG
von Michael Rasser

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1. Fachbereiche der Paläontologie und ihre Anwendung

Inhalt dieser Seite:

Biologisch ausgerichtete Bereiche
Angewandte Paläontologie


1.a. Biologisch ausgerichtete Bereiche

Der biologische Bereich befaßt sich mit der Beschreibung von Fossilien und ihre Eingliederung in ein System sowie mit den Vorgängen vom Tod des Organismus bis zu seiner Einbettung in das Sediment (=Taphonomie). Dieser Zweig befaßt sich aber auch mit der Rekonstruktion von fossilen Ökosystemen (=Paläoökologie oder Palökologie) und Organismen, zu denen es kein rezentes (=heute lebendes) Äquivalent gibt. Somit kann uns die Paläontologie wichtige Informationen über ausgestorbene Organismen liefern, die nur mit geeigneten Arbeitsmethoden nachgewiesen werden können.

rekonstruktion_ammonit.gif (20779 Byte)

Aufgrund von Vergleichen mit rezenten (heute lebenden) Organismen ist die Paläontologie in der Lage, fossile Organismen zu rekonstruieren.
(Bildquelle)

burgess_shale2_thumb.jpg (5683 Byte) Derartige Rekonstruktionen sind aber nicht nur für Organismen möglich, die rezent Verwandte haben. Aufgrund paläontologischer Methoden kann man auch Rüchschlüsse auf Morphologie und Lebensweise ausgestorbener Organismen ziehen (hier sind es ca. 505 mio. Jahre alte Tiere). (Bildquelle)

Die "Allgemeine Paläontologie" befaßt sich z. B. mit den Vorgängen der Fossilwerdung und der paläontologischen Methodik, die "Spezielle Paläontologie" mit der Erfassung von Fossilien und ihrer systematischen Zuordnung. Je nach bearbeiter Organismengruppe kann man die Spezielle Paläontologie weiter untergliedern in die Paläozoologie (Tiere), die Paläobotanik (Pflanzen) und die Mikropaläontologie (mikroskopisch kleine Organismen).

Die systematische Zuordnung, also die Systematik, ist eine besonders wichtige Disziplin, weil sie versucht, eine gewisse Ordnung in die Vielfalt der rezenten und fossilen Organismen zu bringen. Die Wissenschaft von der Gliederung und den Verwandschaftsverhältnissen nennt sich Taxonomie.

Und die Stammesgeschichte, also die tierische und pflanzliche Entwicklungsreihe, nennt sich dann Phylogenese oder Phylogenie. Zum Beispiel stammen ja die Vögel von einer bestimmten Dinosaurier-Gruppe ab und mit derartigen Verwandtschaftsverhältnissen befaßt sich dieser Zweig.

Die Phylogenie darf man aber nicht mit der Evolution verwechseln! Diese befaßt sich mit der Entwicklung der Lebewesen und von einzelnen Organen. Zum Beispiel mit der Frage wie und warum sich aus der Schwimmblase eines Fisches die Lunge der am Land lebenden Tiere gebildet hat.

1.b. Angewandte Paläontologie

Die angewandte Paläontologie hingegen arbeitet eng mit der Geologie zusammen. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, aufgrund von vorkommenden Fossilien Aussagen über das relative Alter des Gesteins zu machen. Dieser Zweig nennt sich Biostratigraphie und macht sich die Erkenntnisse der oben erwähnten biologisch ausgerichteten Arbeitsrichtungen zunutze - vor allem die Erkenntnisse aus der Taxonomie und Phylogenie. Durch diese weiß man nämlich, welche Arten (Spezies) miteinander verwandt sind und in welcher zeitlichen Abfolge sie auftreten. Wird nun eine bestimmte Art (bzw. mehrere) an zwei verschiedenen Lokalitäten gefunden, dann weiß man, daß die jeweiligen Gesteinsschichten gleich alt sind. Jene Fossilien, mit denen eine derartige Korrelation besonders gut durchgeführt werden kann, nennt man Leitfossilien.

globigerina.gif (13553 Byte) Die Arten der planktonischen Foraminifere Globigerina können wichtige Leitfossilien darstellen.
(Bildquelle)

> > Sie sind hier: 1. Fachbereiche der Paläontologie und ihre Anwendung

> > 2. Fossilien - was ist das und wie entstehen sie?

> > 3. Wie lebten die Fossilien und woher weiß man das?

> > 4. Die wichtigsten Organismengruppen unter den Fossilien

> > 5. Und wann lebten diese Fossilien eigentlich?

> > 6. Der Zeitbegriff in den Erdwissenschaften

> > > Das kenne ich schon alles und möchte lieber zu den ON-LINE ARTIKELN

 

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